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Troodos-Ausflug ab Paphos: Kykkos, Bergdörfer und Weinstraßen

Routenplaner für Klöster, traditionelle Dörfer und Bergwein – mit Fahrtzeiten und praktischen Eltern-Tipps

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Meine Frau hatte sich drei Tage Zeit für einen Ausflug ins Troodos-Gebirge genommen, weil unser jüngster Sohn unbedingt ein echtes Bergkloster sehen wollte – nachdem er in der Schule etwas über byzantinische Ikonen gelernt hatte. Was wir an jenem Morgen im Juli 2025 nicht wussten: Die Straße zum Kykkos-Kloster führt durch eine Serpentinen-Symphonie mit Ausblicken, die jeden Reiseführer beschämen würden. Und genau das ist das Troodos-Gebirge für Paphos-Besucher – nicht einfach ein Tagesausflug, sondern eine Reise in ein anderes Zypern.

Überblick: Das Troodos-Gebirge und die Route ab Paphos

Das Troodos-Massiv ist mit knapp 2000 Metern Höhe das Dachziegel Zyperns. Von Paphos aus sind es etwa 70 bis 100 Kilometer je nach Ziel – klingt nah, ist aber wegen der Bergstraßen ein echtes Abenteuer. Die klassische Route führt über Pano Panagia oder über die Küstenstraße nach Norden, dann hinauf ins Gebirge. Wer direkt zum Kykkos-Kloster will, fährt von Paphos etwa 50 Kilometer Richtung Norden über Stroumbi, dann über Polemi ins Gebirge – insgesamt zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrtzeit ohne Pausen.

Realistisch geplant bedeutet das: Um acht Uhr morgens losfahren, um zehn Uhr am Kykkos-Kloster sein, dort zwei bis drei Stunden verbringen, dann Mittagessen in einem der Bergdörfer, am späten Nachmittag zurück in Paphos. Das ist kein Stress-Programm, sondern tatsächlich machbar und lohnenswert. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber eng und kurvenreich – wer Höhenangst hat, sollte das ehrlich mit sich selbst klären.

Die beste Jahreszeit ist April bis Juni oder September bis Oktober. Im Juli und August kann es oben am Kykkos bis zu 28 Grad warm sein, und die Parkplätze sind voll. Im Winter (Dezember bis Februar) kann es schneien, und manche Straßen sind gesperrt. Meine Familie und ich fahren lieber im Herbst – angenehme Temperaturen, weniger Touristen, und die Weintrauben sind reif.

Das Kykkos-Kloster: Das Herz des Troodos

Das Kykkos-Kloster ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, es ist eine Erfahrung. Mit etwa 1100 Jahren Geschichte ist es eines der reichsten und einflussreichsten Klöster der orthodoxen Welt. Die Fahrt dorthin führt durch dichte Pinienwälder, vorbei an kleinen Kapellen und Aussichtspunkten. Etwa zehn Kilometer vor dem Kloster sieht man schon die roten Dächer zwischen den Bäumen.

Die Öffnungszeiten sind ganzjährig von 10:00 bis 16:00 Uhr (im Sommer bis 17:00 Uhr). Der Eintritt kostet 5 Euro pro Person, Kinder unter 12 Jahren zahlen 2,50 Euro. Fotografieren ist im Inneren nicht erlaubt – das hat mich anfangs genervt, aber es schafft eine Ruhe, die man sonst nirgends findet.

Im Kloster selbst sollten Sie mindestens zwei Stunden einplanen. Die Hauptkirche mit ihren goldenen Ikonen und den byzantinischen Mosaiken ist überwältigend. Das Museum zeigt kostbare Handschriften und liturgische Gegenstände. Der Hof mit dem alten Brunnen und den Arkaden ist perfekt für eine kurze Verschnaufpause. Wichtig: Schultern und Knie sollten bedeckt sein – das wird ernst genommen. Meine Tochter musste sich einen Schal um die Taille wickeln, weil ihre Shorts zu kurz waren.

Ein praktischer Tipp: Kommen Sie unter der Woche hin, nicht am Wochenende. Die Parkplätze sind dann deutlich weniger voll, und Sie können die Kirche in Ruhe erkunden. Auch: Bringen Sie Wasser mit. Die Höhe (1318 Meter) und die trockene Luft machen schnell Kopfschmerzen.

Die UNESCO-Bergkirchen: Wanderung durch Geschichte

Neben dem Kykkos gibt es im Troodos neun weitere Bergkirchen, die zusammen UNESCO-Weltkulturerbe sind. Die meisten sind klein, alt und wunderbar unbekannt. Die zwei wichtigsten und erreichbarsten von Paphos aus sind die Kirche der Heiligen Nikolaos in Kakopetria und die Kirche der Heiligen Kreuzkirche in Pelendri.

Die Kirche der Heiligen Nikolaos in Kakopetria liegt etwa 40 Kilometer östlich des Kykkos, in dem gleichnamigen Bergdorf. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und hat Fresken, die noch immer leuchten wie am ersten Tag. Der Ort ist winzig – vielleicht 200 Einwohner – und die Kirche steht mitten im Dorf neben einem Café. Die Öffnungszeiten sind unregelmäßig (meist 9:00-13:00 und 14:00-17:00 Uhr), aber der Schlüssel liegt beim Café-Besitzer nebenan. Eintritt: kostenlos oder eine kleine Spende.

Pelendri ist weiter südlich und etwas größer. Die Kirche der Heiligen Kreuzkirche hier ist ähnlich beeindruckend, mit Fresken aus dem 12. Jahrhundert. Auch hier: Bescheidenheit ist Programm. Das ist nicht Disneyland, das ist echte Geschichte.

Bergdörfer: Omodos, Kakopetria und Koilani

Die Bergdörfer sind das eigentliche Highlight des Troodos für Familien und Kulturinteressierte. Sie sind nicht touristisch überlaufen (noch nicht), die Menschen sind freundlich, und die Architektur ist authentisch.

Omodos: Wein, Spitze und Weiterblick

Omodos ist wahrscheinlich das bekannteste Bergdorf, aber nicht zu Unrecht. Es liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Paphos, auf etwa 900 Metern Höhe, und ist berühmt für Wein und handgewebte Spitze. Der zentrale Platz mit der Kirche ist wirklich schön – alter Stein, Platanen, ein paar Restaurants und Weinstuben.

Hier sollten Sie mindestens zwei Stunden verbringen. Spazieren Sie durch die engen Gassen, schauen Sie sich die Spitzen-Werkstätten an (viele Frauen arbeiten noch an Webstühlen), und probieren Sie den lokalen Wein. Die Weinkellerei Vlasides ist direkt am Platz und bietet Kostproben an – kostenlos, wenn Sie kaufen möchten. Der Wein ist nicht weltbewegend, aber ehrlich und preiswert (8-15 Euro pro Flasche).

Zum Essen: Das Restaurant Omodos Kitchen am Platz ist gut, ohne touristisch zu wirken. Hauptgänge kosten 12-18 Euro. Die Souvlaki sind handgemacht, das Gemüse kommt aus der Region. Meine Familie und ich essen dort jedes Mal, wenn wir oben sind.

Kakopetria: Das authentische Bergdorf

Kakopetria ist kleiner als Omodos und weniger touristisch. Es liegt etwa 70 Kilometer von Paphos entfernt, auf etwa 650 Metern Höhe. Das Dorf ist bekannt für seine alte Mühle und die Flussbäche, die durch die Gassen fließen – ja, echte kleine Flüsse mitten im Dorf.

Der Charme liegt in der Einfachheit. Es gibt ein paar Tavernen, ein paar Läden, und sonst viel Ruhe. Die Kirche der Heiligen Nikolaos (siehe oben) ist das Hauptziel. Danach können Sie zum alten Mühlenbad gehen – ein winziger Bach mit kristallklarem Wasser, perfekt zum Füße-Abkühlen. Essen: Das Restaurant Psilo Dendro am Fluss ist gemütlich, Hauptgänge 10-14 Euro.

Koilani: Für Stille und Apfelkuchen

Koilani ist noch kleiner – etwa 300 Einwohner – und liegt etwa 60 Kilometer von Paphos entfernt, auf etwa 1050 Metern. Es ist nicht auf der Standard-Touristenliste, aber genau deshalb lohnt es sich. Das Dorf ist bekannt für Äpfel und Apfelprodukte. Im Herbst hängen die Apfelbäume über die Straßen.

Es gibt ein winziges Museum für traditionelle Landwirtschaft und eine Taverne, die Apfelkuchen macht. Mehr nicht – und das ist genau der Punkt. Wer Ruhe sucht, ist hier richtig.

Weinrouten und Weinverkostungen

Das Troodos-Gebirge ist eines der ältesten Weinanbau-Gebiete Europas. Die Reben wachsen auf bis zu 1400 Metern Höhe, was dem Wein eine besondere Säure und Mineralität gibt. Es gibt mehrere Weinrouten, aber die praktischste für einen Tagesausflug ab Paphos ist die Route durch Omodos, Kakopetria und die kleineren Dörfer südlich davon.

Die größeren Weinkellereien sind Vlasides in Omodos, Tsangarides in Kakopetria und die kleinere Kyperounda Winery in Kyperounda (etwa 80 Kilometer von Paphos). Alle bieten Kostproben an, manche auch Führungen durch die Weinberge. Kosten: Kostproben sind meist kostenlos oder 3-5 Euro, wenn Sie kaufen möchten.

Ein praktischer Tipp: Fahren Sie nicht selbst, wenn Sie probieren möchten. Ein Taxi kostet etwa 60-80 Euro für den Tag, oder buchen Sie einen lokalen Guide über Ihr Hotel. Meine Familie und ich haben das gemacht – der Fahrer kannte die besten Plätze und konnte auch über die Geschichte der Reben erzählen.

Die besten Weine aus dem Troodos sind die trockenen Weißweine (Xynisteri) und die leichten Rotweine (Maratheftiko). Sie kosten 8-20 Euro pro Flasche und sind deutlich besser als der billige Massenware-Wein, den man an der Küste findet.

Praktische Planung: Routen, Fahrtzeiten und Kosten

Hier sind drei konkrete Tagesausflug-Routen ab Paphos, je nach Interesse und Zeit:

Route 1: Kykkos und Omodos (für Kultur und Wein)

Paphos → Kykkos-Kloster (2 Stunden Fahrt) → 2,5 Stunden im Kloster → Mittagessen in Omodos (1 Stunde Fahrt) → 2 Stunden in Omodos → Rückfahrt nach Paphos (1,5 Stunden). Gesamtdauer: 10 Stunden. Kosten: Benzin etwa 25-30 Euro (je nach Auto), Kloster-Eintritt 5-10 Euro pro Person, Essen etwa 40-60 Euro für zwei Personen.

Route 2: Bergdorf-Rundgang (für Authentizität)

Paphos → Omodos (1,5 Stunden) → 2 Stunden Omodos → Kakopetria (45 Minuten) → 1,5 Stunden Kakopetria → Koilani (30 Minuten) → 45 Minuten Koilani → Rückfahrt nach Paphos (2 Stunden). Gesamtdauer: 9 Stunden. Kosten: Benzin 25-30 Euro, Essen etwa 50-70 Euro für zwei Personen.

Route 3: UNESCO-Kirchen-Wanderung (für Geschichtsfans)

Paphos → Omodos (1,5 Stunden) → Kakopetria (45 Minuten) → Kirche der Heiligen Nikolaos (kostenlos) → Pelendri (1 Stunde) → Kirche der Heiligen Kreuzkirche (kostenlos) → Rückfahrt nach Paphos (2 Stunden). Gesamtdauer: 9 Stunden. Kosten: Benzin 25-30 Euro, Essen etwa 40-50 Euro.

Tipps für Familien mit Kindern

Das Troodos ist nicht nur für Kulturliebhaber, auch Familien mit größeren Kindern (ab 8 Jahren) finden hier viel. Hier sind die praktischen Tipps aus meiner Erfahrung:

  • Pausen einplanen: Die Bergstraßen sind kurvenreich. Nach einer Stunde Fahrt sollte man anhalten, sei es für einen Kaffee oder einen Spaziergang. Die Aussichtspunkte entlang der Straße zum Kykkos sind perfekt dafür.
  • Wasser und Snacks: Bringen Sie genug Wasser und Obst mit. Die Höhe macht durstig, und die nächste Taverne ist manchmal 20 Kilometer entfernt.
  • Feste Schuhe: Die Wege in den Dörfern sind gepflastert und uneben. Flip-Flops sind keine gute Idee.
  • Kleingeld: Nicht alle Läden und Restaurants haben Kartenterminals. Geldautomaten gibt es nur in den größeren Dörfern wie Omodos und Kakopetria.
  • Wetter: Oben im Gebirge ist es immer 5-10 Grad kälter als an der Küste. Auch im Sommer sollten Sie eine leichte Jacke mitnehmen.
  • Kirchen-Etikette: Erklären Sie den Kindern vorher, dass Kirchen heilige Orte sind und dass Ruhe wichtig ist. Mein Sohn war begeistert, als er verstand, dass die Ikonen über 900 Jahre alt sind.

Straßen und Navigation

Die Hauptstraße zum Kykkos-Kloster ist gut ausgebaut und gekennzeichnet. Google Maps funktioniert zuverlässig. Allerdings: Die Straße wird ab etwa Polemi sehr kurvenreich. Fahren Sie nicht zu schnell – nicht nur wegen der Kurven, sondern auch wegen der lokalen Fahrer, die diese Straßen seit 50 Jahren kennen und entsprechend fahren.

Für die Bergdörfer ist ein Auto notwendig. Es gibt Busverbindungen, aber sie sind selten und fahren nach Schulzeiten-Plan, nicht nach Tourist-Plan. Ein Mietwagen kostet ab 30 Euro pro Tag bei lokalen Vermietern in Paphos.

Tanken Sie vor der Fahrt auf. Es gibt Tankstellen in Paphos und in Stroumbi, aber oben im Gebirge keine. Die nächste Tankstelle nach Omodos ist wieder an der Küste.

Beste Zeit und Saisonalität

April bis Juni: Perfekt. Temperaturen 18-25 Grad, Blüten überall, weniger Touristen. Die Straßen sind trocken und sicher.

Juli bis August: Heiß (bis 30 Grad), volle Parkplätze, aber die Öffnungszeiten sind länger. Fahren Sie früh morgens los, um der Hitze zu entgehen.

September bis Oktober: Wunderbar. Temperaturen 20-27 Grad, Weinlese in vollem Gange, die Bergdörfer sind lebendig. Das ist meine Lieblingsjahreszeit.

November bis März: Kühl (10-18 Grad), manchmal Regen, im Winter Schnee möglich. Manche Straßen können gesperrt sein. Informieren Sie sich vorher bei der Touristeninformation.

Fazit: Warum das Troodos den Besuch lohnt

Das Troodos-Gebirge ist nicht das typische Zypern der Postkarten – es ist das echte Zypern. Hier leben Menschen, die ihre Traditionen bewahrt haben, nicht weil es touristisch ist, sondern weil es ihre Kultur ist. Die Kirchen sind nicht restauriert, um Touristen zu beeindrucken, sondern weil sie 1000 Jahre alt sind und noch immer benutzt werden. Die Dörfer haben keine Souvenirläden an jeder Ecke, sondern echte Läden für echte Menschen.

Ein Tagesausflug ins Troodos ab Paphos ist machbar, lohnenswert und nicht stressig, wenn Sie realistisch planen. Zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrt, zwei bis drei Stunden an einem Ort (Kloster oder Dorf), Mittagessen, zwei bis zweieinhalb Stunden zurück. Das ist ein erfüllter Tag, kein Hetzen.

Meine Familie und ich fahren mindestens zweimal pro Jahr hoch. Jedes Mal entdecken wir etwas Neues – einen anderen Aussichtspunkt, eine andere Taverne, eine andere Geschichte. Das ist das Geheimnis des Troodos: Es ist nah genug an Paphos, um es als Tagesausflug zu machen, aber weit genug weg, um sich wie eine andere Welt zu fühlen.

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Kommentare (4 Kommentare)

  1. 70 bis 100 Kilometer – das klingt ja erstmal machbar, aber wie lange dauert die Fahrt wirklich mit einem kleinen Kind im Auto? Wir planen für August 2026 einen Familienurlaub und ich bin gespannt, ob die Serpentinenstraße auch für kleine Gemüter ein Erlebnis oder eher eine Zerrerei wird.
  2. Juli 2025 wussten wir ja noch nicht, welche beeindruckende Serpentinenstraße uns zum Kykkos-Kloster erwartet! Das hat unsere Reise ins Troodos-Gebirge wirklich unvergesslich gemacht und meinen Sohn total begeistert, die byzantinischen Ikonen endlich selbst zu sehen – herzlichen Dank für den Hinweis dazu! Wir planen für August 2026 nochmal dorthin.
  3. Die Angabe, dass die Fahrt zum Kykkos-Kloster im Juli 2025 durch Serpentinen erfolgte, ist interessant; wir waren im August 2022 dort und die Temperaturen schienen damals auch recht hoch zu sein, was die Fahrt anstrengender machte. Könnte man für Familien mit kleineren Kindern empfehlen, den Ausflug vielleicht in ein etwas kühleres Jahresviertel zu legen?
  4. 70 bis 100 Kilometer von Paphos klingt erstmal nicht nach viel, aber mit unserem Kleinwagen und den Serpentinen wird das sicher ein voller Tag – und vermutlich auch nicht gerade günstig, oder? Wir planen für August 2026 und frage mich, ob es sich lohnt, für die Familie gleich einen größeren Wagen zu mieten, oder ob das schon etwas übertrieben ist?

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