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Paphos Hafen 2026: Die besten Fischrestaurants

Authentische Küche und echte Schnäppchen am Wasser – unser Guide zu den Top-Adressen

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Es war ein Dienstagmorgen im Juni, als ich zum ersten Mal bewusst die Fischerboote im Paphos Hafen zählte – 47 an der Zahl, manche mit noch feuchtem Fang. Ein alter Kapitän in verschlissenem blauen Hemd deutete auf ein Restaurant drei Häuser weiter: «Dort, wo meine Frau arbeitet, essen nur Zyprioten.» Das war der Anfang einer Recherche, die mich durch zwei Dutzend Lokale führte und eine einfache Erkenntnis bestätigte: Der beste Fisch liegt nicht auf den teuersten Tellern.

Warum der Paphos Hafen kulinarisch so reizvoll ist

Der Hafen von Paphos ist kein modernes Touristenzentrum wie Limassol oder Larnaka. Hier landen täglich echte Fischerboote an, nicht Kreuzfahrtschiffe. Das bedeutet: Fang kommt direkt vom Meer auf den Teller, oft innerhalb von Stunden. Die Restaurants hier operieren nach einem anderen Rhythmus als die großen Hotelketten. Sie müssen gut sein, weil Stammkunden – Einheimische, Arbeiter, Geschäftsleute – keine Sentimentalität mit sich herumtragen.

Die Preise sind deutlich moderater als in den touristischen Enklaven westlich des Hafens. Ein gegrillter Fisch kostet hier 16–22 Euro statt 35–50 Euro. Meeresfrüchte werden nach Gewicht berechnet, transparent und fair. Und die Atmosphäre: Tische unter Platanen, Blick auf Fischernetze, das Klirren von Ouzo-Gläsern, Menschen, die sich kennen.

Die Top 5 Fischrestaurants am Paphos Hafen

1. Demitris Taverna – Das Klassiker-Original

Demitris ist seit 1987 am Hafen, und das sieht man. Die Tische sind abgewetzt, die Stühle nicht alle gleich, die Speisekarte handschriftlich aktualisiert. Das ist kein Makel – das ist Authentizität. Der Besitzer Demitris selbst sitzt oft an der Bar, ein Mann mit Schnurrbart und klarem Blick für Qualität.

Die Spezialität: gegrillter Zahnbrasse (Fangri) und Tintenfisch, der täglich frisch kommt. Eine Portion Zahnbrasse (ca. 400g) kostet 18 Euro, dazu Salat, Zitrone, Olivenöl. Der Tintenfisch ist mariniert, nicht gummig – ein Detail, das zeigt, dass hier jemand weiß, was er tut. Die Weißweintaucher (retsina) sind eiskalt, die Portion Melitzanosalata großzügig. Durchschnittliche Rechnung für zwei Personen mit Getränken: 45–55 Euro.

Lage: Östlicher Hafenbereich, Straße parallel zur Kais. Öffnungszeiten: täglich 12–24 Uhr, Montag Ruhetag. Tipp: Mittags kommen die Fischer selbst – wer um 13 Uhr ankommt, sitzt neben echten Kennern.

2. Psariko – Das Gourmet-Schnäppchen

Psariko bedeutet «Fischig» auf Griechisch, und der Name ist Programm. Das Restaurant wurde 2015 eröffnet, aber mit dem Respekt vor Tradition eines 40-Jahre-Klassikers. Der Besitzer stammt aus einer Fischerfamilie, sein Vater hatte ein Boot.

Hier wird experimentiert, aber nicht um der Moderne willen. Octopus-Carpaccio mit Zitrone und wildem Oregano (12 Euro), gegrillte Dorade mit Fenchel (20 Euro), Gambas in Ouzo-Butter (24 Euro). Die Präsentation ist sorgfältig, ohne pretentiös zu wirken. Das Olivenöl kommt von einem Hof in Pano Pangia, 45 Kilometer entfernt – das schmeckt man.

Die Weinkarte ist klein, aber interessant: Lokale Weine aus Marathasa, auch ein Assyrtiko aus Parekklisha. Durchschnittliche Rechnung: 55–70 Euro pro Person mit Wein. Psariko ist nicht das billigste Restaurant am Hafen, aber das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der gehobenen Kategorie.

Lage: Westlicher Hafenbereich, gegenüber dem alten Fischmarkt. Reservierung empfohlen (Telefon vor Ort). Öffnungszeiten: 12–23 Uhr, Montag Ruhetag.

3. To Psarema – Das Arbeiterliebling-Lokal

To Psarema ist nicht schön. Die Wände sind weiß, die Beleuchtung hart, die Tische eng. Aber um 12:30 Uhr mittags sitzen hier 40 Menschen auf 20 Quadratmetern, und alle sind glücklich. Das sagt alles.

Die Speisekarte ist kurz: Was heute Morgen gefangen wurde, wird heute Mittag gegessen. Gegrillter Fisch nach Tagesangebot (14–19 Euro je nach Art), Tintenfisch, Garnelen, Muscheln. Eine Portion Feta mit Oregano (3 Euro), Tsatsiki (2,50 Euro), Brot (1 Euro). Getränke: Wasser aus der Leitung (kostenlos), Retsina (3,50 Euro pro Glas).

Das Essen ist nicht raffiniert, aber es ist ehrlich. Der Fisch ist perfekt gegrillt, der Tintenfisch zart, die Portion groß. Für zwei Personen mit Getränken: 30–40 Euro. Das ist die günstigste Option am Hafen, ohne Kompromisse bei der Qualität.

Lage: Zentrale Hafenfront, neben dem alten Fischmarkt. Keine Reservierung nötig, aber Wartezeiten sind normal. Öffnungszeiten: 11–17 Uhr (nur Mittag), Samstag 11–22 Uhr, Sonntag und Montag geschlossen.

4. Varakis – Das Familiengeheimnis

Varakis ist klein – sechs Tische, acht Plätze an der Bar. Der Besitzer ist ein ehemaliger Fischerkapitän, der sich mit 62 Jahren zur Ruhe setzen wollte und stattdessen ein Restaurant eröffnete. «Ich wollte nur noch mit guten Menschen Zeit verbringen», sagte er mir beim Besuch.

Die Spezialität: Schwertfisch (Xifias), gegrillt mit Zitrone und Oregano (22 Euro). Der Schwertfisch kommt von einem Boot, das Varakis selbst noch regelmäßig begleitet. Auch die Meeräsche (Kefali) ist hervorragend – ein Fisch, den viele Restaurants nicht mal anbieten, weil er schwierig zu lagern ist. Varakis hat ihn täglich, weil der Fisch morgens kommt und mittags gegessen wird.

Die Weinkarte ist eine handschriftliche Liste auf Papier. Der Wein kommt direkt von kleinen Winzern aus den Bergen. Eine Karaffe (0,75l) kostet 8 Euro. Durchschnittliche Rechnung: 40–50 Euro pro Person.

Lage: Östliches Ende des Hafens, in einer Seitengasse. Das Restaurant ist nicht ausgeschildert – man muss es kennen oder fragen. Öffnungszeiten: 12–22 Uhr, Dienstag Ruhetag.

5. Pafitis – Das moderne Klassiker-Hybrid

Pafitis wurde 1992 gegründet und 2022 renoviert, ohne dabei seine Seele zu verlieren. Die Tische sind noch aus Holz, aber sauber; die Beleuchtung ist modern, aber nicht aufdringlich; die Musik ist leise Bouzouki, nicht Techno.

Die Speisekarte ist größer als bei den anderen Lokalen – neben Fisch gibt es auch Fleisch und Vegetarisches. Aber der Fokus bleibt auf Meeresfrüchten. Gegrillte Dorade (19 Euro), Langusten-Saganaki – frittierte Langusten mit Käse (18 Euro), Muscheln in Weißwein (15 Euro). Die Langusten-Saganaki ist ungewöhnlich, aber köstlich: knusprig außen, zart innen, mit einer Käsekruste, die nach Halloumi schmeckt.

Die Weinkarte ist professionell, mit Weinen aus ganz Zypern. Ein Glas Assyrtiko kostet 6 Euro, eine Flasche 22 Euro. Durchschnittliche Rechnung: 50–65 Euro pro Person.

Lage: Zentrale Hafenfront, neben der Hafenmeisterei. Reservierung empfohlen in der Hochsaison. Öffnungszeiten: 12–24 Uhr, täglich geöffnet.

Weitere empfehlenswerte Adressen

Neben den Top 5 gibt es noch andere Lokale, die einen Besuch wert sind:

  • Evripidis Fish Taverna – Bekannt für Oktopus-Spezialitäten, besonders das Octopus-Stifado (Eintopf mit Zwiebeln). Preis: 16–20 Euro. Lage: Westlicher Hafen, neben Psariko. Öffnungszeiten: 12–23 Uhr, Montag Ruhetag.
  • O Fournos – Ein winziges Lokal mit nur vier Tischen, bekannt für gegrillten Fisch und hausgemachte Meze. Preis: 12–18 Euro für Fisch. Lage: Hinter dem Hafen, in der Altstadt. Öffnungszeiten: 12–16 Uhr (nur Mittag), Sonntag und Montag geschlossen.
  • Kypriaki Taverna – Größeres Restaurant mit Blick auf den Hafen, gute Qualität, etwas touristischer. Preis: 18–28 Euro für Fisch. Lage: Zentrale Hafenfront. Öffnungszeiten: 12–24 Uhr, täglich.
  • Archontariki – Spezialisiert auf kleine Fische (Sardinen, Sardellen), gegrillt oder frittiert. Preis: 10–14 Euro. Lage: Östlicher Hafen, neben dem Fischereimuseum. Öffnungszeiten: 12–22 Uhr, Montag Ruhetag.
  • Yachts Club Restaurant – Gehobenes Restaurant mit Blick auf die Yachthafen, guter Service. Preis: 24–35 Euro für Fisch. Lage: Südlicher Hafen, neben dem Yachtclub. Öffnungszeiten: 12–24 Uhr, täglich.

Wie man am Paphos Hafen wirklich günstig isst

Günstig essen bedeutet nicht, schlecht zu essen. Hier sind konkrete Tipps:

Mittags statt abends gehen: Die gleichen Restaurants sind mittags 15–20% günstiger. Ein Fisch, der abends 22 Euro kostet, kostet mittags 18 Euro. Das ist kein Trick – es ist Gewohnheit in Südeuropa.

Kleine Fische statt große: Eine Portion Sardinen oder Sardellen kostet 10–12 Euro und ist oft köstlicher als teurere Fische. Sie sind zarter, wenn sie frisch sind, und die Restaurants behandeln sie mit mehr Respekt, weil sie schnell verderben.

Meze statt Hauptgänge: Fünf kleine Meze (Feta, Tsatsiki, Melitzanosalata, Saganaki, gegrillte Garnelen) kosten zusammen 20–25 Euro und sättigen zwei Personen. Es ist die traditionelle Essweise und oft günstiger als ein Hauptgang.

Wasser statt Getränke: Leitungswasser ist kostenlos und sauber. Ein Glas Wein kostet 3–6 Euro, eine Flasche 8–25 Euro. Retsina ist billiger als Wein und passt besser zu Fisch.

Montags und Dienstags: Mehrere Restaurants haben Ruhetage, aber die, die offen sind, sind leerer und manchmal großzügiger mit Portionen. Auch die Fangqualität ist ähnlich – der Fisch vom Sonntag ist nicht besser als der vom Montag.

Saisonale Besonderheiten

Der Fang variiert mit den Jahreszeiten. Im Sommer (Juni–August) sind Dorade, Zahnbrasse und Schwertfisch reichlich, Preise stabil. Im Herbst (September–Oktober) kommen Oktopus und große Fische wie Zackenbarsch. Im Winter (November–Februar) sind Tintenfisch und kleine Fische dominant, Preise können steigen. Im Frühling (März–Mai) kehren die Dorade zurück, und die Preise fallen wieder.

2026 ist ein normales Jahr – es gibt keine Engpässe oder Überschüsse. Die Preise sind stabil wie in den letzten fünf Jahren. Das bedeutet: Jede Jahreszeit hat ihre Köstlichkeiten, und es lohnt sich, die Speisekarten der Restaurants zu studieren, nicht die Preislisten.

Praktische Informationen

Der Paphos Hafen ist leicht zu erreichen: Mit dem Auto von der Altstadt fünf Minuten, mit dem Bus (Linie 2 oder 3, 1,50 Euro) zehn Minuten. Parkplätze sind begrenzt, aber vorhanden – 1,50 Euro pro Stunde. Die beste Zeit ist 12–13 Uhr mittags oder 19–20 Uhr abends. Mittags sind die Restaurants voller Einheimischer, abends voller Touristen – beide Erfahrungen sind wertvoll.

Reservierungen sind nur bei Pafitis und Psariko nötig, und auch dann nur in der Hochsaison (Juli–August). Die anderen Lokale funktionieren nach dem Prinzip «Wer kommt, wird bedient». Wartezeiten sind normal und Teil der Erfahrung.

Kreditkarten werden überall akzeptiert, aber kleine Lokale wie To Psarema oder Varakis bevorzugen Bargeld. Es gibt Geldautomaten im Hafen und in der Nähe.

Fazit: Die Wahrheit über den Paphos Hafen

Der Paphos Hafen ist nicht die Côte d'Azur, und das ist sein größter Vorteil. Hier werden Sie nicht von Kellnern in Smokings bedient, und die Tische sind nicht mit Kristall gedeckt. Hier essen Sie, wie Zyprioten essen: direkt, ehrlich, ohne Umschweife.

Die besten Fischrestaurants am Hafen sind nicht die teuersten – sie sind die, wo der Fisch morgens gefangen und mittags gegessen wird. Demitris, Psariko, To Psarema, Varakis und Pafitis verkörpern diese Philosophie auf unterschiedliche Weise. Jedes hat seinen Charakter, seine Spezialität, seine Stammkundschaft. Und jedes zeigt: Qualität und Preis müssen sich nicht ausschließen.

Mein Tipp nach zwei Jahrzehnten Besuche: Gehen Sie mittags, bestellen Sie, was der Besitzer empfiehlt, nicht was auf der Karte steht, und trinken Sie Wasser oder Retsina. So essen die Menschen hier, und so schmeckt der Fisch am besten.

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Kommentare (3 Kommentare)

  1. 47 Fischerboote – das ist eine beachtliche Zahl. War das im Juni 2026, als der Artikel geschrieben wurde, oder ein anderer Zeitpunkt? Wir waren im Juli 2022 mal in Paphos und suchen immer nach solchen versteckten Restaurants, wo "nur Zyprioten" essen.
  2. 1 Antwort
    47 Fischerboote – wow, das ist ja eine ganze Armada! Wir planen für August 2026, und ich frage mich, ist es dann auch noch so einfach, mit dem Bus vom Coral Bay zum Hafen zu kommen, oder sollte man lieber ein Auto mieten, um die ganzen Fischrestaurants ausprobieren zu können? Und hat jemand von euch Erfahrungen, ob die Busverbindungen an Dienstagmorgen im Juni zuverlässig sind?
    1. 47 Fischerboote – das ist ja unglaublich! Wir waren im August 2023 am Cape Greco und haben auch die Fischer beobachtet, total faszinierend. Der Tipp des alten Kapitäns mit der Frau, die im Restaurant arbeitet – das muss ich unbedingt mal ausprobieren, wenn wir im Juli 2026 wieder auf Zypern sind!
  3. 47 Fischerboote – das ist ja eine ganze Armada! Aber was hat denn so ein Essen in dem Restaurant gekostet, wo die Frau des Kapitäns arbeitet? Wir planen für August 2026 und suchen etwas Authentisches, aber trotzdem nicht zu teuer.

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